Presseberichte Im Straßenverkehr ist das Auge der größte Betrüger Beim Fahrtraining in der Glückaufkaserne gingen Autofahrer an ihre Grenzen Motorengeheul, quietschende Reifen und jede menge Wasser: Am Wochenende haben zwölf Autofahrer bei einem Fahrsicherheitstraining in der Glückauf-Kaserne gelernt, wie sich ihr Auto in Grenzsituationen verhält. “Und los geht’s” gab Moderator Gerd Matuszczyk die Anweisung über Funk. Ein Auto nach dem Anderen kam mit hohem Tempo angefahren, um kurz vor einem Absperrhütchen zu bremsen und dem Hindernis auszuweichen. als besondere Schwierigkeit hatten Helfer der ausrichtenden Kreisverkehrswacht die Fahrbahn mit Wasserstrahlern bewässert. “Ziel der Kreisverkehrswacht und der Polizei ist es die Zahl der Verkehrsunfälle bis 2010 zu halbieren, zum Beispiel durch gezielte Maßnahmen wie dieses Sicherheitstraining”, sagte der Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Manfred Grod. Bevor es aber auf die nasse Fahrbahn ging, bekamen die Kursteilnehmer eine theoretische Einführung. Die Praxis begann mit ersten Bremsübungen. “87% aller Menschen haben noch nie eine richtige Vollbremsung gemacht. Das wollen wir hier ändern”, sagte Grod. Der Schwierigkeitsgrad steigerte sich von Übung zu Übung, und die Teilnehmer legten langsam ihre anfängliche Zaghaftigkeit ab. “Für mich ist es das zweite Mal, dass ich so ein Training mitmache. Das erst hab ich vor zwölf Jahren gemacht und ich muss sagen, dass es mir ein gutes Gefühl in Grenzsituationen gibt”, sagte Teilnehmerin Ines Maruhn. Mit etwas mehr Sicherheit trauten sich die Teilnehmer anschließend auch auf einer nassen Autoplane eine Vollbremsung durchzuführen - wobei sie ihre Hände in die Höhe streckten. Innerhalb der Teilnehmergruppe unterschied sich die Motivation für ein solches  Sicherheitstraining, “weil ich kein eigenes Auto habe und interessiert, wie das Auto in gefährlichen Situationen reagiert”, sagte etwa der 19-jährige Marian Felder. Der 79-jährige Helmut Rentmeister wiederum wollte seine Kenntnisse “mal wieder auf den neusten Stand bringen”. Die letzte Übung sollte am lehrreichsten für die Teilnehmer sein: Sie mussten auf der nassen Plane so dicht wie möglich vor einem Absperrhütchen bremsen. Diese Übung gelang fast keinem der Teilnehmer. So sollte es auch sein, wie Moderator Gerd Matuszczyk anschließend erklärte:”Man hat nach dem Sicherheitstraining das Gefühl, besser auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr vorbereitet zu sein. Trotzdem ist man nicht unschlagbar, denn das Auge ist immer noch der größte Betrüger.” Ein Bericht von Pia Berents im Hellweger Anzeiger Verkehrsaktion “Junge Fahrer” am Lippeberufskolleg mit Rettungssimulator und Rauschbrille Abgefahren Abgehangen Lünen. Es kommt nicht häufig vor, dass Schüler den Unterricht berauschend finden. Dass sie Kopf stehen - oder richtig auf Themen abfahren. Am Lippeberufskolleg sah das anders aus. Für die bundesweite Verkehrssicherheitsaktion “Junge Fahrer”, die erstmals am LBK stattfand, hatte die Kreisverkehrswacht Unna in der Sporthalle groß aufgefahren, um auf mögliche Folgen von Fehlverhalten im Straßenverkehr hinzuweisen. Alle 18- bis 24-Jährigen waren angesprochen. “Das ist die Altersgruppe, die die meisten Unfälle verursacht”, sagt Manfred Grod, Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht Unna. Statt nackter Theorie war für die jungen Fahrer Ausprobieren angesagt. Gas geben am Motorradsimulator das eigenen Fahrverhalten bei Nebel oder Glätte testen. Oder mit der “Rauschbrille” auf der Nase über die Matte torkeln. Aus der Schlange der Wartenden ertönte hier und da ein Kichern. Das Lachen verging den Jugendlichen aber schnell, wenn sie merkten was 1,5 Promille für das Sehvermögen bedeutet. Die Welt: verzerrt. Abhängen auf etwas andere Art konnten die Schüler im Rettungssimulator:  nämlich kopfüber im Kleinwagen. Das Blut rauscht in den Ohren. Der Körper presst sich mit seinem ganzen Gewicht in den Sicherheitsgurt. Vor den Augen baumeln Haare, der Kopf stößt beinahe an die Decke und überhaupt: wenn man so in einem Auto klemmt ist es mit der Orientierung plötzlich nicht mehr weit her. Selbst wenn das Auto nicht im Graben liegt sondern in einem Gestell hängt. Selbst wenn es kein Überschlag war, den man gerade miterlebt hat, sondern eine kontrollierte Rolle seitwärts. Gut dass der Experte der Kreisverkehrswacht einem durch das Fenster die wichtigsten Regeln für den sicheren Ausstieg zukommen lässt: Die Füße gegen das Armaturenbrett stemmen. Mit dem linken Arm an der Decke abstützen, mit der rechten Hand den roten Knopf ertasten, der den Gurt entriegelt. Klack. Dann langsam seitwärts aus der Tür klettern - und wieder Herr über die weichen Knie werden. Geschafft. “Wir hoffen, dass etwas hängen bleibt”, sagte Lehrer Friedrich Jaschke. Die Aktion soll in Zukunft regelmäßig am LBK angeboten werden. Damit die Jugendlichen wissen, was in einer Notsituation zu tun ist. Oder gar nicht erst in eine hineingeraten. Dani                                                                         Lüner Rundschau Hellweger Anzeiger vom 09. September 2010 Drücken Sie auf mich, wenn Sie noch weitere Bilder sehen möchten!